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"Flüssige Moderne. (Weiter)Denken mit Zygmunt Bauman"

Ringvorlesung WiSe 2017/18 - Programm


Ringvorlesung im WiSe 2017/18

Im Januar 2017 ist der Soziologe Zygmunt Bauman im Alter von 91 Jahre verstorben. Die Schlüsselbegriffe, die aus seinem Werk bekannt sind, haben das Denken des 20. und 21. Jahrhundert sowie die Frage nach globaler Ethik entscheidend bestimmt: "Moderne und Ambivalenz", "Dialektik der Ordnung", "Flüssige Moderne", "Die Angst vor den Anderen".
Im Rahmen Ringvorlesung werden sozialphilosophische, kultursoziologische, politische und geschichtswissenschaftliche Aspekte des Werkes von Zygmunt Bauman aufgenommen, nicht zuletzt um in den Schnittflächen, die Bauman selbst zwischen Literatur, Soziologie und Geschichte vorgezeichnet hat, Fragen an unsere Gegenwart zu stellen. Erörtert werden Identitätsgestaltungen von Einzelnen und Gesellschaft in der "postnationalen" oder "postglobalen" Gegenwart, der Zusammenhang von Globalisierung und Gewalt, neue Ordnungen von Medien und Konsum, Fluchterfahrungen, aktuelle Formationen politischer Differenz oder "Postmoderne Ethik".


"Gewalt im 21. Jahrhundert: Begriffe - Ordnungen - Verletzungen"

Plakat RV 2016/17


Ringvorlesung im WiSe 2016/17

In unserem Umgang mit den Gewaltformen des 21. Jahrhunderts neigen wir dazu, die unterschiedlichen Politik(en) und Politikformen, die zu dieser Gewalt führen, zu "entkonturieren". Dies betrifft die Rede von "failed states" ebenso wie das häufige Bild vom "Rückfall ins Mittelalter" oder vom "Herausfallen aus der Moderne".
In der historischen Forschung tendieren wir zu einer Zuflucht in phänomenorientierte, aber auch anthropologisierende Beschreibungen. Forschungen zu "Eskalationen" und "Dynamiken", "Gewalträumen" und "Gewaltgemeinschaften" verlangen hier Aufmerksamkeit. Zugleich werden Konzepte, die die Gewalt genauer zu differenzieren suchen (wie "Genozid", "staatliche Verfolgung", "Autoritarismus"), als "politische" Begriffe abgelehnt.
Mit Referentinnen und Referenten aus den Geschichts-, Sozial- und Politikwissenschaften, der Philosophie und Literaturwissenschaft möchten wir auf Diskussionen um die Bedingungen aktueller Weltordnung blicken. Wir möchten Beschäftigungen mit Strukturen der Gewaltausübung selber sowie Träger- und Täter-Gruppen kollektiver und staatlicher Gewalt vorstellen.
Welchen Herausforderungen sollte/müsste sich die Forschung heute vor allem vermehrt stellen? Welche neuen Formen von Gewaltpolitik begegnen uns derzeit? Welche wichtigen Erkenntnisse aus der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts müssen unbedingt stärker berücksichtigt werden, wenn wir über die "Gewalt im 21. Jahrhundert" sprechen?
In den Vorträgen werden jeweils auch Kategorien, Analysemodelle und neue Forschungsergebnisse aus interdisziplinären Zusammenhängen vorgestellt, die einzelnen Chancen und Probleme diskutiert.
Dabei soll ein Bewusstsein auch dafür entstehen, dass die Kategorien von "Opfern" und "Tätern" in der Analyse von Gewaltprozessen einen Raum haben müssen. Inwieweit müssen wir historische Grundannahmen historisieren? Inwieweit zeigen sich aber bei überzeitlichen, allgemeine soziale, historische und politische Gültigkeit beanspruchenden Konzepten doch auch Tendenzen der Relativierung von Täterschaft?


"1914/15. Weltkrieg, Massentod, Völkermord - Gewaltdynamiken im Blick der Forschung"


Ringvorlesung im WiSe 2014/15

Im Rahmen der von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Ringvorlesung des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung/RUB werden ausgewiesene Experten systematisch Einzelaspekte der Gewaltgeschichte des Ersten Weltkrieges diskutieren. Dabei werden die einzelnen Vorträge insbesondere die neue Qualität von Gewaltpraktiken und Gewalterfahrungen im Ersten Weltkrieg in den Blick nehmen sowie die Veränderung von Räumen und Regionen thematisieren. Zudem sollen insbesondere jene „anderen Fronten“, die im Rahmen der aktuell sehr dichten Diskussionen über den Ersten Weltkrieg weniger Berücksichtigung finden, in das Zentrum gerückt werden: Der Krieg in den Kolonien, in der Mittelmeerregion und im Nahen Osten.
Integriert werden zudem metatheoretische und forschungsgeschichtliche Betrachtungen zum Ersten Weltkrieg. Nicht zuletzt wird eine kritische Reflexion der Schwerpunkte der aktuellen wissenschaftlichen, öffentlichen und medialen Thematisierung des Kriegsausbruchs im Jahr 1914 sowie der neuen Diskussionen um „Kriegsschuld“ und "Verantwortung" erfolgen.


"1933/34. Dynamiken der Machtergreifung"

RV_1933-34_WiSe2013-14_Plakat


Ringvorlesung im WiSe 2013/14

Im Rahmen der Ringvorlesung diskutieren ausgewiesene Experten Teilaspekte der politischen, sozialen, kulturellen und wissensgeschichtlichen Situation in den Jahren "1933/34". Dabei soll gezeigt werden, dass der Blick, der sich unter dem Stichwort "Machtergreifung" vor allem auf die drei Aspekte "Ermächtigungsgesetz", "Bücherverbrennung" und "Errichtung erster Konzentrationslager" richtet, zu kurz ist, die Vielschichtigkeit der Veränderungen zu erkennen.
Neben Erörterungen zu den "klassischen" Feldern historischen Interesses (Parteien und Verbände, Ausschaltung politischer Gegner, "Gleichschaltung" der gesellschaftlichen Kultur) streben die Beiträge an, durch die Vorstellung von Forschungen zu Öffentlichkeit, universitärem Wissen, Geschlechterbeziehungen, zeitgenössischen Deutungen, Technisierung (u.a.), die Phase der "Machtergreifung" in einen breiteren historischen Entwicklungsrahmen einzuordnen: Ausgehend vom Ersten Weltkrieg einerseits, hinausreichend in die 1950er Jahre der beiden deutschen Staaten andererseits.
Integriert werden forschungsgeschichtliche Betrachtungen. Nicht zuletzt wird eine kritische Reflektion der Schwerpunkte der öffentlichen und medialen Thematisierung von "Machtergreifung" vorgenommen.


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